Die Ortenau hat die Bundesliga wieder!

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Sensationeller Auftritt der SG Ottenheim/Altenheim lässt Spieler und Trainer nach dem Einzug ins Finale um die süddeutsche Meisterschaft bei der Handball Akademie Leipzig/Delitzsch in grenzenlosen Freudentaumel fallen. Die mitgereisten SG-Fans feierten mit der Mannschaft das 30:30 Unentschieden völlig ausgelassen. Mit diesem Einzug ist die SG Ottenheim/Altenheim als erste Mannschaft für die neu geschaffene und damit höchste deutsche Jugendliga im A-Jugendbereich qualifiziert und spielt somit in der Saison 2011/2012 in der A-Jugend Bundesliga. SG Trainer Jonas Eble ließ danach seinen Emotionen freien Lauf. „Das ist das schönste Unentschieden, das ich je erleben durfte. Ich bin nicht nur Trainer, sondern auch der größte Fan meiner Spieler“, erklärte er das Geschehene.

Bevor dieses Vorhaben erreicht wurde waren es jedoch 50. nervenaufreibende Spielminuten, die es für alle Beteiligten in sich hatten. Zumal vor dem Spiel bereits feststand, dass in der Halle „absolutes Haftmittelverbot“ herrscht. Alle, die schon einmal Handball gespielt haben, wissen, wie schwierig das ist, vor allem wenn der Ball durch den Schweiß der Spieler etwas rutschig wird. „Alles was vor dem Spiel, während dem Spiel passiert und zum Beispiel auch das Haftmittelverbot hat nichts mit dem Ziel zu tun, dass wir das Spiel gewinnen wollen“, schwor Eble seine Schützlinge vor der Partie auf das Spiel ein.

Kaum war der Anpfiff zum Rückspiel gefallen, zeigten alle SG- Spieler, dass sie genau dies umsetzen wollten. Die 3:2:1-Abwehr war von Beweglichkeit geprägt, der Angriff strukturiert. Kurz gesagt: Die SG O/A war von Beginn an im Spiel. Die Ausgeglichenheit beider Teams zeigte sich durch die Zwischenstände von 7:7 und 10:10. Am Ende der ersten Halbzeit schlichen sich zwei Unaufmerksamkeiten bei den Gästen ein, die die Handballakademie Leipzig/Delitzsch sofort eiskalt bestrafte und mit zwei Gegenstößen auf 15:12 davonzog. Doch danach kam die SG ins Spiel zurück, kämpfte sich zumindest zum Halbzeitpfiff wieder auf zwei Tore heran, so dass die Mannschaften beim Halbzeitstand von 16:14 in den Katakomben verschwanden. Der 27:25-Sieg und der damit verbundene Zwei-Tore-Vorsprung der SG-Akteure aus dem Hinspiel war bei diesem Spielstand egalisiert. „In der Halbzeitpause habe ich gespürt, dass das heute reichen kann“, reflektierte Eble nach dem Spiel, der seinen Jungs in der Pause mit auf den Weg gab „wir sind voll dabei, haben in der zweiten Halbzeit Anwurf und wir haben egal was passiert, sei es ein Fehlwurf oder ein technischer Fehler, vollstes Vertrauen in uns selbst, dass wir den Handball spielen werden, der zum Erfolg führt“. Die zweite Halbzeit begann genau mit solch einem Rückschlag. Statt auf ein Tor heranzukommen, zog die HA auf drei Tore davon. Beim 22:22 war das Spiel, aber wieder völlig offen, weil die  SG stets an sich glaubte. In dieser Phase nahm Gästetrainer Eble DHB-Spieler Max Emanuel durch Peter Strosack in Manndeckung. Jedoch gelangen der Handball-Akademie prompt wieder zwei Tore in Folge. HA-Trainer Mario Huhn hatte die Abwehr auf ein „4:2 Abwehrsystem“ umgestellt. Er ließ sowohl Felix Gässler, als auch Peter Strosack in Manndeckung nehmen. Beim Stande von 27:25 für die HA sah sich Gästetrainer Eble gezwungen eine Auszeit zu nehmen. „Ich musste ihnen sagen, dass sie die Ruhe bewahren sollen und die Spieler, die nicht in Manndeckung genommen sind, sollen sich bewegen und vor allem ins Spiel einbringen und nicht auf einen anderen verlassen“, so die Worte des SG-Trainers in der Auszeit. Das ist euer Spiel nahm er Yannick, Marco, Adrian in die Pflicht und sagte zu ihnen „ihr habt das drauf“. So sprach er seinen Jungs nochmal Mut für die Schlussphase zu.  Die SG konnte binnen weniger Minuten auf 29:28 verkürzen. Doch danach trat Max Emanuel zum Siebenmeter an. Doch statt der erneuten Zwei-Tore-Führung war, einer zur Stelle, der das Hinspiel aufgrund des starken Florian Freund auf der Bank verbrachte: Sascha Rauer. Der treffsichere Max Emanuel, der eine starke Partie bot, schreitet zum Siebenmeter-Wurf. Danach ein Pfiff, ein Wurf und ein Sascha Rauer. Der SG-Torwart hält den Ball und lässt sich zurecht feiern. Danach erhöhte die HA nochmals auf 30:28. Daraufhin netzte Yannick Metier, einem dem sein Coach in der Auszeit Mut zusprach, von der Linksaußenposition den Ball im Tor zum 30:29 ein. Es waren noch 50 Sekunden zu spielen. 20 Sekunden vor dem Schlusspfiff erzielte die SG O/A den 30:30 Ausgleich. Mittlerweile wusste jeder in der Halle, wer im Finale um die Süddeutsche Meisterschaft stehen wird: die SG Ottenheim/Altenheim.

Einige Minuten verharrte SG-Trainer Jonas Eble, der versuchte das Ganze zu realisieren, auf der Bank, ehe er auf das Spielfeld sprintete und mit der Mannschaft feierte. Die SG Ottenheim/Altenheim tritt im Finale, um die Süddeutsche Meisterschaft gegen das HBLZ Großwallstadt an und hat sich mit diesem Sieg auch für das Viertelfinale um die Deutsche Meistschaft qualifiziert. Fast sprachlos nach dem Spiel kamen dem Chefcoach doch noch einige Worte über die Lippen: „Mein erster Dank geht an die Fans, die mitgereist sind, an uns geglaubt haben und uns grandios unterstützten. Ein Erfolgskriterium ist mit absoluter Sicherheit, dass sich bei uns keiner zu wichtig nimmt. Damit meine ich „unsere Bank“. Beispielsweise ein Lukas Faißt, ein Dennis Beiser, die auf diesem Niveau körperlich unterlegen sind, tragen so unheimlich viel für das Team bei, das ist unbeschreiblich. Die bereiten sich alle wahnsinnig diszipliniert auf das Spiel vor. Da merkt man kein Unterschied. Auch Sascha ein absoluter Teamplayer, der heute der Mannschaft in einer ganz wichtigen Phase geholfen hat.“ Die Ausgeglichenheit der SG O/A sieht man auch beim Blick auf die Torschützen.

„Montag ist schon wieder alles ganz normal und wir werden uns dann eben so akribisch auf die nächsten Spiele vorbereiten, wie wir das bis dato getan haben“, reflektierte Eble den Finaleinzug einen Tag später.

 

 

HA Leipzig/Delitzsch: Flemming, Paul; Mendisch (3), Pekler (6), Baum (4), Emanuel (9/2), Krzikalla (8), Becker, Bölke, Zech, Mittag, Weber, Stollenwerk.

Trainer: Mario Huhn

 

 

SG Ottenheim/Altenheim: Freund (1.-20.); Rauer (21.-50.); Weidtmann (5), Fels (5), Gässler (6), Metier (5), Strosack (3), Fritsch (6/3), M. Maier, Faißt, Beiser, Heim, Hierlinger.

 

Trainer: Jonas Eble

 

Foto by Bruno Lefevre