Teil zwei um die Süddeutsche Meisterschaft wird ein dramatischer: Mit drei Toren Unterschied muss die SG O/A am Samstag das Final-Rückspiel gewinnen, um nach der 31:33 (11:12) Niederlage vergangenes Wochenende in Großwallstadt den Süddeutschen Meistertitel zu erringen. Anpfiff in der Riedsporthalle Ichenheim ist am Samstagabend um 18:45 Uhr.
Es ist angerichtet: Die zweite Halbzeit einer dramatischen Final-Paarung um die Süddeutsche Meisterschaft steht an. Schon Teil eins des Finales in der Sparkassen-Arena Elsenfeld zeigte, dass die Spannung und das Niveau einem Finalspiel absolut gerecht wurden. 50 Spielminuten lang beackerten sich beide Teams mit Leidenschaft und Einsatzwillen. „Wir werden wirklich im positivsten Sinne, soweit das möglich ist, aggressiv, gierig und ruhig sein müssen. Alles das, was wir über die gesamte Saison schon waren, aber jetzt eben im Finale um die Süddeutsche Meisterschaft. Da gibt es im Leben weitaus problematischere Dinge“, so der SG-Chefcoach Jonas Eble voller Gelassenheit.
Das Handballleistungszentrum geht als klarer Favorit in dieses Rückspiel. Dennoch hat die SG im Hinspiel eine Leistung abgerufen, die das HBLZ vor große Probleme stellte und lediglich mit zwei Toren verloren. Aus diesem Grund wollen die SG-Spieler mit einer außergewöhnlichen Atmosphäre in der Riedsporthalle, die die SG-Fans am Samstag zur „Hölle-Süd“ machen sollen, das Blatt zu ihren Gunsten wenden. „Aus wissenschaftlicher Sicht bringt mehr Vertrauen auch mehr Leistung. Dementsprechend hoffe ich, dass die SG-Fans von der ersten Spielminute der Mannschaft vollstes Vertrauen entgegenbringen und diese lautstark unterstützen, denn das haben sich die Jungs verdient“, so SG-Trainer Jonas Eble, der auch von seinen Spielern, wie bei jedem Spiel, eine „Vollgas-Veranstaltung“ fordert. Dass sie das umsetzen können haben seine Jungs schon 21 Mal in dieser Saison sensationell bewiesen. Die Spieler aus Großwallstadt verfügen über eine kompakte und aggressive 6:0-Abwehr und auch der Angriff überzeugt mit einer verblüffenden Durchschlagskraft. Hinzu kommt, dass die tragenden Säulen, sowohl des Mittelblocks in der Abwehr, als auch im Angriffsspiel zwei Jungs aus dem südbadischen Lörrach sind. Die Zwillingsbrüder Tom und Lars Spieß wechselten vor einem Jahr in das Handball-Internat nach Großwallstadt. Hinzu kommt im rechten Rückraum mit Yannick Bacdina ein wurfgewaltiger und technisch versierter Linkshänder. „Summa summarum empfangen wir eine Mannschaft aus Großwallstadt, die richtig Qualität besitzt“, stellt der SG O/A-Trainer klar. Die SG Ottenheim/Altenheim wird alles daran setzen, wie schon im Hinspiel, dass die vorhandene Qualität des HBLZ Großwallstadt nicht zum Vorschein kommen wird. Aufgrund des Hinspiel-Ergebnisses müssen die SG-Spieler einen Heimsieg mit zwei Toren Unterschied erreichen, um letztlich Süddeutscher Meister zu werden, vorausgesetzt Großwallstadt wirft nicht über 30 Tore. „Wir haben das Hinspiel unter der Woche unabhängig vom Ergebnis analysiert und wollen einige Dinge besser machen“, fasst Eble das Geschehene der vergangen Tage zusammen. In die Karten lässt er sich dabei nicht schauen, sagt aber ganz gelassen: „Statt 43. Spielminuten müssen wir 50 Minuten Außergewöhnliches leisten.“ Eines steht auf jeden Fall fest, dass alle SG-Spieler sich unheimlich auf dieses Spiel freuen. „Wir sind vorbereitet und jeder Spieler wird am Samstag nochmal versuchen die maximale Leistung auf das Parkett zu bringen. Was letzen Endes für ein Ergebnis dabei herauskommt, werden wir sehen“, nimmt der Chefcoach jeglichen Druck von seinen Schützlingen. Die Zuschauer werden auf jeden Fall einen großen Teil dazu beitragen können, um die Mannschaft bei diesem Vorhaben zu unterstützen. Wie vor jedem Spiel legt der SG-Trainer den Fokus nur auf die anstehenden 50. Spielminuten und alles andere blendet er völlig aus. „Ganz ehrlich, nervös ist man nur, wenn man schlecht vorbereitet ist“, so Eble. Nun dürfen alle gespannt sein, wer am Ende den Titel holen wird. Auf jeden Fall stehen sich die zwei besten Mannschaften Süddeutschlands gegenüber. Dass die SG Ottenheim/Altenheim auch in diesem Spiel die Außenseiterrolle einnimmt stört den SG-Chefcoach nicht. Im Gegenteil er meint: „Ganz ehrlich, es geht nur darum, dass wir es uns recht machen. Wir müssen das, was wir erreichen wollen in Leistung ummünzen, in Einsatz, und darüber hinaus sollte das Ganze dann idealerweise in Qualität ausarten, aber essentiell ist, dass wir uns am Samstag richtig reinhauen und damit meine ich Alles geben bis zum Schlusspfiff. Auch dieses Finale ist ein normales Handballspiel, in dem man seine Aufgaben über 50 Minuten erledigen muss und wenn wir das tun, haben wir eine große Chance die Aufgabe erfolgreich zu gestalten.“
Die SG Ottenheim/Altenheim wird auf jeden Fall gut vorbereitet sein. „Die Jungs sollen weder entspannt noch aufgeregt sein – die Jungs sollen konzentriert sein“, so die abschließenden Wortes des SG-Trainers, dem die Anspannung in keinster Weise anzumerken ist. Die Zuschauer dürfen sich jedenfalls freuen, dass die Region ein derartiges Saisonhighlight erleben darf.