SG Ottenheim/Altenheim gegen HBLZ Großwallstadt 18:22 (9:8). Schon eine halbe Stunde vor dem Anpfiff war die Riedhalle in Ichenheim bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Fans machten bereits beim Aufwärmen Stimmung und dies alles bei einem Spiel von zwei B-Jugend-Mannschaften. Dass es am Ende für die SG Ottenheim/Altenheim nicht gereicht hat ist zwar schade, doch hat das Spiel gezeigt, dass die Handballregion Ortenau Region Ortenau zumindest im Jugendhandball lebt. Freuen wir uns also auf die A-Jugend Bundesliga, in der wir beide Mannschaften wieder sehen dürfen.
„Ich haben mir von dem Spiel eine „Vollgas-Veranstaltung“ gewünscht, die war absolut da, mein Dank geht an alle Zuschauer, die wie eine Wand hinter der Mannschaft gestanden hat und hoffe, dass diese Atmosphäre am 21. Mai im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft gegen den SC Magdeburg ähnlich sein wird“, dankte ein sichtlich enttäuschter SG-Trainer Jonas Eble nach dem Spiel den Zuschauern. „Klar, im Moment überwiegt die Enttäuschung, aber das ist aus Sicht eines Sportlers absolut normal, und es wäre schlimm, wenn das anders wäre. Wobei die Enttäuschung über das Ergebnis größer ist, als über die gebotene Leistung. Spätestens in ein paar Tagen wird dann auch wieder die Freude über das Erreichte zurückkehren bzw. die Vorfreude auf die nächste Chance in zwei Wochen im Viertelfinale. Das ist das Schöne im Sport. Du bekommst immer wieder eine neue Möglichkeit dich zu beweisen“, so Eble weiter.
Einige SG-Spieler weilten von Mo. Bis Fr. beim Bundesfinale der Schulen in Berlin, so dass kein geregelter Trainingsbetrieb möglich war. Zu allem Übel verletzte sich Adrian Fritsch in Berlin an der Wurfhand, so dass „er unter Schmerzen für die 50. Spielminuten richtig auf die Zähne gebissen hat“ (Jonas Eble) um der Mannschaft helfen zu können. „Der THW Kiel hat beispielsweise in Barcelona mit 27:25 verloren und hat im Rückspiel in der eigenen Halle eine richtige Klatsche bekommen. Von so einem Ausgang waren wir weit entfernt“, ordnete der SG O/A-Trainer die Leistung seines Teams kurz nach dem Abpfiff äußerst positiv ein.
Die Gäste erwischten den besseren Start und lagen nach zwei Toren von Sebastian Damm schnell mit 2:0 in Führung. Dagegen hatte die SG nicht viel zu bieten. Ein Fehlpass hatte das 2:0 per Tempogegenstoß ermöhlicht und Adrian Fritsch und Geburtstagskind Felix Gässler hatten Dominik Plaue im Tor der Gäste warm geschossen. Erst in der 6. Minute konnte Peter Strosack mit einem Siebenmeter das erste Tor der SG Ottenheim/Altenheim markieren. Yannick Bardina stellte mit einem schönen Sprungwurf im Gegenzug die alte Distanz wieder her. Danach hatte die SG ebenfalls ins Spiel gefunden. Felix Gässler hämmerte den Ball zum 2:3 und 3:3 ins HBLZ-Netz und sorgte dafür, dass der Stimmungspegel nochmals anstieg. Wiederum Bardina brachte seine Farben erneut beim 3:4 in Front. In der Folge konnte Kreisläufer Marco Fels nur auf Kosten von einem weiteren Siebenmeter gestoppt werden. Peter Strosack ließ sich diese Chance nicht nehmen und glich in der 11. Minute zum 4:4 aus. Nun zeigte auch die HBLZ Großwallstadt Schwächen. Ein Übertritt am Kreis, ein Pfostenwurf, ein vergebener Siebenmeter und eine Parade von Florian Freund, ermöglichten es Adrian Fritsch die SG erstmals in Führung zu bringen (5:4 / 17. Minute). Die taktische Ausrichtung mit eine defensiven 3:2:1-Abwehr zu agieren sollte aufgehen und stellte das HBLZ bis Mitte der zweiten Halbzeit vor große Probleme.
Die Spieler der Handball-Akademie reagierten und gingen nach einem Tempogegenstoß von Yannick Kohlbacher mit 5:6 in Führung. Marco Weidtmann (6:6) und Adrian Fritsch (7:7) konnten erneut ausgleichen und nach der Zeitstrafe von Yannick Kohlbacher hatte die SG einen vermeintlichen Vorteil. In Unterzahl spielend machte allerdings Tom Spieß das 7:8 für die Gäste. Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel war Adrian Fritsch das 8:8 gelungen und durch einen Siebenmeter erhöhte Peter Strosack noch zum Halbzeitstand von 9:8. Die taktische Ausrichtung mit eine defensiven 3:2:1-Abwehr zu agieren sollte aufgehen und stellte das HBLZ bis Mitte der zweiten Halbzeit vor große Probleme.
„Beide Abwehrreihen haben eine Qualität im Abwehrspiel gezeigt, sowohl das HBLZ in ihrer 6:0-Abwehr, als auch wir in unserer 3:2:1-Abwehr haben richtig Qualität gezeigt, was auch das Ergebnis von 18:22 widerspiegelt. Uns hat heute die Ausgeglichenheit im Angriff gefehlt, was auch beim Blick auf die Torschützenliste zu sehen ist“, analysierte der SG-Trainer nach dem Schlusspfiff.
Nach dem Seitenwechsel hatte die SG beim 11:9 den Vorsprung aus dem Hinspiel egalisiert. Doch damit gab man sich offensichtlich zufrieden. Die Gäste erzielten 6 Tore in Serie und waren beim 11:15 bereits auf der Siegerstraße. Felix Gässler konnte in der 36. Minute zwar noch zum 13:16 verkürzen, doch das HBLZ Großwallstadt stand in der Abwehr gut und hatte mehr Leidenschaft in ihren Aktionen. Wie ein angeschlagener Boxer punktete die SG nur noch gelegentlich, legte aber im Endspurt nochmals zu. Drei Minuten vor dem Ende verkürzte Peter Strosack nochmals zum 18:20, dann konterten die Gäste jedoch und kamen letztendlich zum 18:22 Erfolg. Vom Chefcoach Jonas Eble der SG fand die Leistung der Jungs aus Großwallstadt vollstes Anerkennung: „Das HBLZ Großwallstadt war in zwei Spielen auf einem ganz hohen Niveau die bessere Mannschaft und ist absolut verdient Süddeutscher Meister geworden. Mein Glückwunsch geht an ihren Trainer Christian Plesser dessen Spieler, denen ich für das Viertelfinale nur das Beste wünsche!“
Nach dem Schlusspfiff wurden beide Mannschaften von ihren Fans gefeiert und es war einfach eine tolle Stimmung in der Halle. Die Niederlage der SG war lediglich noch Nebensache, es wurde ein tolles Spiel gefeiert. „Ganz ehrlich, meine jungen Spieler sind 22 Mal in dieser Saison über sich herausgewachsen und das in Situationen, die jeder einzelne Spieler des Teams zum ersten Mal erlebt und immer wieder dazu lernen muss, das ist einfach großartig“, lobte der SG-Trainer seine Spieler nachdem er jeden zuvor einzeln umarmt hatte und Mut für die neue Aufgabe im Viertelfinale zugesprochen hat. Zumal der Osten bis dato der SG Ottenheim/Altenheim in ganz guter Erinnerung ist. Auch im Halbfinale ist man zuerst in eigener Halle angetreten und hat danach in Leipzig alles klar gemacht. Zumal Mannschaftskapitän Marco Fels trotz der Niederlage erkannte: „Diese zwei Spiele haben uns in unserer Entwicklung und den Lernprozess unheimlich vorangebracht und das Spiel auf deutscher Ebene kommt ja erst noch. Wir hoffen, dass es allen Zuschauern Spaß gemacht hat und wir hoffen, dass alle beim zweiten Anlauf am 21. Mai, um 18.00 Uhr wieder dabei sind, denn unser Trainer hoffe bestimmt auch da auf eine „Vollgas-Veranstaltung“ und das geht nur wenn alle mitmachen!“
SG Ottenheim/Altenheim: Freund (1.-50.); Rauer (n.e.); Weidtmann (4), Strosack (6/3), Gässler (5), Fritsch (3), Metier, Heim, M. Maier, Fels, Beiser, Faißt, Hierlinger, F. Mailer.
Trainer: Jonas Eble
HBLZ Großwallstadt: Plauer, Paul; L. Spieß (4), T. Spieß (3), Kohlbacher (5), Bardina (5), Stenger (1), Damm (4), Kwiatkowski, Rother, Casselmann, Jost, Schönig, Bauer.
Trainer: Christian Plesser