Der SC Magdeburg kam als Norddeutscher Meister in die neue Riedsporthalle nach Ichenheim. In Sachsen-Anhalt ohne Verlustpunkt geblieben, gab es nur in der Qualifikationsrunde zur norddeutschen Meisterschaft eine Niederlage. Mit dieser imposanten Bilanz kam der Bundesliganachwuchs in die Ortenau und musste in einer voll besetzten Halle von Beginn an einem Rückstand hinterherlaufen. Mit einem Florian Freund in Topform im Tor, einer aggressiven und beweglichen Abwehr sowie viel Spielwitz im Angriff gelang es der SG Ottenheim/Altenheim, den Gästen den Schneid abzukaufen.
Kaum war die Partie angepfiffen standen den Spielern der SG Ottenheim/Altenheim die Konzentration und der Siegeswille förmlich ins Gesicht geschrieben. Hinzu präsentierte sich SG-Trainer Jonas Eble in einer stoischen Gelassenheit, die dem Gegner vermutlich Angst einflößte und seinen Spieler zu diesem Selbstbewusstsein verholfen hatte. Was er seinen Spielern im Vorfeld auf den Weg gab, wusste niemand in der Halle außer seine Jungs, aber zu welch einer beeindruckenden Leistung es geführt hatte, sahen die Zuschauer und Fans der SG O/A, die eine ebenso beeindruckenden Kulisse bildeten und ihre Mannschaft frenetisch unterstützen. Basierend auf einer Abwehrarbeit, die von Laufbereitschaft und Einsatzwille geprägt war, zog die SG mit ihrem Gegenstoßspiel und den strukturierten Angriffen dem SC Magdeburg auf 3:0 davon. Während der SC M auch nach den Anfangsminuten nicht besser ins Spiel fand, ließen die SG-Spieler den Gästen kaum Luft zum Atmen und erhöhten ihre Führung auf 5:1. Dementsprechend war SC-Gästetrainer Lars Becker bereits nach 8 Minuten gezwungen eine Auszeit zu nehmen. SG-Trainer Eble sagte in der Auszeit zu seinen Spielern: „Versucht euch in dieser Minute so gut wie möglich zu erholen und danach machen wir genau da weiter wo wir vor der Auszeit aufgehört haben. Unser Matchplan geht auf, wir müssen uns nur daran halten“ Und wer nun einen Bruch im Spiel der SG erwartet hatte, wurde eines besseren belehrt. Denn es waren nicht die Magdeburger, die Profit aus der Auszeit gezogen haben, sondern die SG. Die Verschnaufpause war anscheinend Gold wert, so dass die SG Ottenheim/Altenheim in der Folge den Druck auf die Gäste weiter erhöhte, nochmals an der Temposchraube drehte und Führung binnen weniger Minuten auf 8:2 ausbaute. In der Folge sahen die Zuschauer eine SG O/A, die nur so vor taktischer Disziplin strotze und die Fehler des SC Magdeburg eiskalt ausnutzte und in Tore verwandelte. Hinter der Abwehr stand ein Florian Freund, der die Selbstsicherheit ausstrahlte, die ein Torwart braucht um zu Höchstform aufzulaufen. Die Schützen des SCM verzweifelten mit ihren Wurfversuchen entweder an der phasenweise unüberwindbaren Abwehr oder eben an dem Mann zwischen den Pfosten Florian Freund. Als der erste Siebenmeterpfiff ertönte gabe SG-Trainer Eble Freund ein Zeichen. Der kam zur Bank und Sascha Rauer betrat das Feld. Diese Szene wiederholte sich den Sascha Rauer parierte, wie wenn es das normalste der Welt wäre, zwei Siebenmeter in Folge. „Nur wenn sowohl die Abwehr als auch das Torwartspiel funktioniert, ist es möglich ein Spiel in dieser Art und Weise für dich zu entscheiden“, sah SG-Trainer Eble die Basis des Erfolgs. Nach 25. Spielminuten, in der die SG O/A wie entfesselt spielte, ging es beim Halbzeitstand von 15:9 in die Katakomben der Halle.
Nach der Halbzeitpause war es wieder die SG Ottenheim/Altenheim die das Spiel bestimmt und den Gästen aus Sachsen-Anhalt keine Chance ließ. In der 36. Spielminute und beim Stande von 22:10 hielt es keinen der Zuschauer mehr auf den Sitzen. Lediglich der SG-Trainer Eble arbeitete am Spielfeldrand noch genauso akribisch wie beim Anpfiff, denn jedes Tor wird für das Rückspiel entscheidend sein. Nach 50. Spielminuten und einer fulminanten Vorstellung, endete das Viertelfinal-Hinspiel um die Deutsche Meisterschaft mit 28:19 für die SG Ottenheim-Altenheim. Die SG-Fans feierten die Mannschaft ausgelassen. Nachdem der SG-Trainer bei den Zuschauern klatschend bei den Zuschauern für die Unterstützung bedankt, sprintete er vor die ihm folgenden Spieler, applaudierte seinen Spieler im Stile eines Fans, deutet dann mehrere Male auf seine Jungs und verschwand in der Kabine. „Ich glaube, dass ich in diesem Moment absolut nicht im Mittelpunkt stehen muss und dass dieser Moment den Spielern gehört, auf die ich sehr stolz bin. Aus diesem Grund habe ich dann in der Kabine die Ruhe gesucht.“ Mehrere Minuten dauerten die Jubelszenarien, nach einem Spiel in dem jeder Spieler seinen Teil zum Erfolg beigetragen hat. Für SG-Trainer Jonas Eble, für den es das letzte Heimspiel mit seinen Jungs war, hätte kein Schöneres erleben können. „Wahnsinn, sensationell oder einfach super super gut! Mir fehlen einfach die Worte und das kommt selten vor“, zeigte sich der Chefcoach Eble kurz nach dem Abpfiff beeindruckt.
„Die Erleichterung ist momentan größer als die Euphorie. Denn es wird ein Rückspiel geben, bei dem der SC Magdeburg uns noch mal alles abverlangen wird. Jeder im Umfeld, der den Spielern erzählt, dass wir schon so gut wie im Final-Four in Berlin stehen, hat absolut nichts kapiert“, reflektierte Jonas Eble wenige Stunden nach dem Spiel.
Am kommenden Sonntag, um 12.30 Uhr muss die SG Ottenheim/Altenheim zum Rückspiel beim SC Magdeburg antreten. „Dementsprechend werden wir die Aufgaben, so angehen, dass wir das Spiel gewinnen wollen und das unabhängig vom Hinspiel-Ergebnis. Sollte am Ende der Hallensprecher in Magdeburg dann sagen, dass es alles in allem für uns für das DM-Final-Four 2011 gereicht hat, werden wir in grenzenlose Feierlaune übergehen. Aber eben erst dann“, gibt der 28-Jährige die Richtung vor.
SG Ottenheim/Altenheim: Freund, Rauer; Weidtmann 4/1, F. Maier, M. Maier 1, Fels 3, Heim 1, Metier, Faißt, Beiser, Strosack 7/4, Gässler 5, Fritsch 7.
SC Magdeburg: Hendrich, Gleß, Stemmler; Glabisch 6/1, Tiede 3, Sohmann 3, Wilke, Gräfe 1, Ackermann 2, Saul 2, Wasielewski, Stiebler 2, Weiß, Krechel.
Schiedsrichter: Thomas Kern/Thorsten Kuschel (Bellheim/Karlsruhe).
Siebenmeter: 5/6 - 1/3.
Zeitstrafen: 8 - 8 Minuten.
Spiel-Film: 3:0 (5.), 5:1 (8.), 8:2 (12.), 9:5 (16.), 12:7 (19.), 15:9 - 17:9 (28.), 22:10 (36.), 25:14 (41.), 25:17, 27:17 (48.), 28:19.

Video zum Spiel... hier